3. Literatursuche und Zitate

3.1 Lesen, Exzerpieren oder Kopieren?

Darauf gibt es eine ganz einfache Antwort: immer zuerst lesen. Natürlich nicht Wort für Wort, sondern zunächst überblicksartig. Besorgen Sie sich möglichst viel Literatur zum Thema und prüfen Sie, ob Ihnen die Texte etwas bringen. Wer die wirklich wichtigen Texte finden will, muss vieles anlesen und überfliegen. Sortieren Sie also zügig wieder aus, aber notieren Sie sich alle Titel, verbunden mit einer kurzen Einschätzung. (Zu empfehlen ist die Arbeit mit einem Zettelkasten oder einer Computer-Datenbank.) 

Gründlich lesen und gegebenenfalls wichtige Passagen daraus abzuschreiben lohnt sich für das, was Sie als besonders wichtig erkennen. Ja, Sie haben richtig gelesen: „abschreiben“ (abtippen geht natürlich auch). Das hat nämlich den besonderen Vorteil, dass der Text dabei bruchstückhaft auch im Kopf gespeichert wird – man hat die entsprechenden Zitate später beim Schreiben der Arbeit schon gedanklich verfügbar und kann sie an passender Stelle verwenden. Was man dagegen kopiert, ohne es gelesen zu haben, vergisst man sofort. In noch stärkerem Maße gilt das für Internet-Downloads. Daher die Regel: Kopieren oder Downloaden immer mit gleichzeitigem, aussagekräftigem Eintrag in Datenbank, Zettelkasten oder Arbeitsplan!

3.2 Darstellung der Forschungsliteratur

Forschungsliteratur sollte man nicht nur lesen, sondern auch erwähnen. Schließlich dient Ihre Arbeit auch dem Nachweis, dass Sie die Forschungsliteratur kennen und einordnen können. In den meisten Abschlussarbeiten – ganz gleich, ob Diplomarbeit, Magisterarbeit oder Bachelor Thesis – müssen Sie eine Art Überblick über den Stand der Wissenschaft (oft auch Forschungsstand oder Forschungsbericht genannt) zu Ihrem Thema geben. Dazu gehört es, die wichtigsten (nicht alle!) Werke der aktuellen Forschungsliteratur und ihre Thesen thematisch geordnet darzustellen. Auch hier empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Experten: Den goldenen Mittelweg zwischen ängstlicher Weitschweifigkeit und – noch schlimmer – dem Ignorieren wichtiger Forschungsergebnisse findet man allein nur schwer.

3.3 Zitieren

Über das korrekte Zitieren sollte jeder Student schon seit dem Grundstudium Bescheid wissen. Deshalb will ich die entsprechenden Regeln hier nicht wiederholen; Sie können sie auch in jedem Handbuch zum wissenschaftlichen Arbeiten (hier eine Auswahl1) nachlesen. Zwischen dem Bescheidwissen und dem erfolgreichen Praktizieren besteht aber ein großer Unterschied. Daher hier noch einmal ein paar Beispiele für korrekte Zitatangaben:

  • Buch: Grimminger, Rolf, Der Tod des Aristoteles. Über das Tragische und die Ästhetik, hrsg. von Rolf Grimminger, München: Fink Verlag 2000.
  • Internet-Seite: http://www.fb10.uni-bremen.de/khwagner/lektuerekurs/textwiss/kohaerenz.htm, Stand: 24.4.2008.
  • Selbst geführtes Interview: Ernst-Heinrich Meyer, Leiter des Botanischen Instituts Potsdam, im Gespräch mit dem Autor, Potsdam, 22.05.2008.

Und hier noch ein paar übliche Fehler beim Zitieren, die man tunlichst vermeiden sollte:

  • Auch gedankliche Zitate sind Zitate. Es ist sehr peinlich, wenn einem der Professor bei der Korrektur nachweist, dass man etwas sinngemäß aus der Literatur abgeschrieben hat. Seien Sie lieber ehrlich und geben Sie gleich die Quelle an!
  • Zitate aus zweiter Hand sollte man immer nachprüfen! Wenn man nur den Wortlaut eines Zitates kennt, nicht aber den Zusammenhang, in dem es geäußert wurde, dann sollte man es fairerweise nicht verwenden.

3.4 Wissenschaftliche Spielregeln

Da ist eigentlich nicht viel zu beachten. Zwei wichtige Grundsätze seien dennoch erwähnt:

  • Jede gute wissenschaftliche Arbeit sollte von Thesen ausgehen. Die Sinnhaftigkeit dieser Thesen wird am Beginn wissenschaftlich begründet. Am Ende der Arbeit präsentieren Sie als Ergebnis der Untersuchung, ob bzw. inwieweit sich die Thesen bestätigen ließen.
  • Die eigene Meinung darf überall im Text geäußert werden. Sie muss aber immer klar vom Gedankengang der eigentlichen Untersuchung getrennt werden. Insbesondere darf die Auswahl des Untersuchungsgegenstands nicht von geäußerten persönlichen Vorlieben abhängen. Vermeiden Sie den Eindruck, dass Sie über Ihr privates Lieblingsthema schreiben, und formulieren Sie möglichst sachlich und distanziert.

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