Was ist unter wissenschaftlicher Eigenleistung zu verstehen?

Bei einer Seminararbeit kann die Eigenleistung eventuell sein, Textquellen unter einem neuen Aspekt darzustellen und auszuwerten. Der Anspruch einer Doktorarbeit ist immer, etwas signifikant Neues zu erstellen.

Wissenschaftliches Schreiben erleben viele Autoren wie eine Reise zu einem Gipfel. Als Student bei der ersten Seminararbeit stellen Sie Gedanken von anderen neu zusammen. Bei einer Bachelorarbeit stehen eigene Gedanken im Vordergrund, die durch Aussagen (Zitate) etablierter Autoren gestärkt werden. Bei einer Doktorarbeit sollen neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden.

Schreibe ich für mich oder für meinen Professor?

Der wissenschaftliche Autor sollte spätestens ab der Master-Thesis nicht bloß Nachredner sein, sondern als Verfasser einer wissenschaftlichen Arbeit Neuland begehen. Ohne interessante eigene Gedanken wird der Studierende beispielsweise bei einer Master-Thesis nur schwerlich bestehen. Ein Anfang dazu wäre, das Thema selbst zu wählen und nicht vom Institut gestiftet zu bekommen. Es geht beim wissenschaftlichen Schreiben nicht nur um den Ausdruck und die Einhaltung der wissenschaftlichen Spielregeln, sondern immer auch um das Selbstbewusstsein dessen, der schreibt! Wollen Sie eine bekannte Geschichte noch einmal erzählen oder neue Erkenntnisse gewinnen?

Eine Ermutigung kann da der Franziskaner Bonaventura sein, der eine Typologie der Schreiber im Mittelalter entwarf. Jedem sei es überlassen, sich darunter seine Position im Wissenschaftsbetrieb zu wählen:

Wenn ein Mann die Werke von anderen niederschreibt und weder etwas hinzufügt noch verändert, wird er einfach Skriptor genannt. Einen, der die Werke anderer niederschreibt und Ergänzungen hinzufügt, nennt man Kompilator. Ein nächster, der sowohl Werke anderer als auch eigene niederschreibt, wobei das Werk der anderen den Hauptteil bildet und sein eigenes zum Zwecke der Erklärung beigefügt ist, wird Kommentator genannt. Wieder ein anderer schreibt sowohl sein eigenes Werk als auch das Werk anderer, wobei jedoch sein eigenes Werk im Zentrum steht und die anderen zu dessen Untermauerung dienen; einen solchen sollte man Autor nennen. (zit. nach E. I. Eisenstein: Die Druckpresse. Kulturrevolutionen im frühen modernen Europa. Wien. 1997)

So fällt die Wahl leicht. Auch im wissenschaftlichen Schreiben sollte man in diesem Sinne Autor seines Werkes sein, um Herr seiner Gedanken zu bleiben. Wenn man denn etwas zu sagen hat und das Untersuchungsfeld frei ist, ist alles weitere eine Frage von Disziplin und Handwerk.

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