Tipps zur Master-Thesis von Professor Horn

Drei Regeln, die Sie beim Schreiben Ihrer Bachelor- oder Master-Thesis beachten sollten:

  1. Schreiben Sie Ihren eigenen Stil. Das meiste machen Sie richtig, wenn Sie während Ihres Studiums schon einmal etwas geschrieben haben. Suchen Sie nicht nach Vorlagen, um Ihre Texte zu verbessern. Das bringt meistens nichts. Vertrauen Sie sich selbst!

  2. Schreiben Sie deutsch. Zur deutschen Sprache gehören auch Fremdwörter. Gehen Sie damit richtig um. Viele Fremdwörter sind in der deutschen Sprache zu Hause. Es wäre möglich, aber ganz unüblich, sie durch deutsche Ausdrücke zu ersetzen. Das gilt besonders für die Fachsprachen, in denen Fremdwörter die Verständigung erleichtern. Suchen Sie aber nicht nach Fremdwörtern! Das wirkt angestrengt, verbessert Ihren Text meistens nicht und stört den Leser Ihrer Arbeit! Wenn Sie Zweifel haben, ist der deutsche Ausdruck besser! Schreiben Sie sachlich. Vermeiden Sie unverständliches und nur scheinbar wissenschaftliches Kauderwelsch, vermeiden Sie die alltägliche Umgangssprache, vermeiden Sie aber auch eine gekünstelte Sprache. Schreiben Sie, was Sie denken und was Sie sagen wollen!

  3. Denken Sie nach, bevor Sie schreiben. Der Computer verleitet dazu, erst einmal etwas hinzuschreiben, weil man es ja doch wieder ändern kann. Machen Sie das nicht! Schreiben Sie von Anfang an so, als schrieben Sie die Endfassung Ihrer Arbeit. Ändern können Sie immer, aber Sie müssen dann nicht mehr viel ändern!

Zehn Tipps, die Sie beachten sollten:

  1. Die deutsche Sprache lebt von ihren Verben. Sie sollten so weit wie möglich vermeiden, im Nominalstil zu schreiben. Der Nominalstil verwandelt Verben in Substantive und macht dadurch den Satz schwerfällig und schwerer verständlich. Nominalstil ist niemals gutes Deutsch!

    Verbessern Sie den folgenden Satz:

    „In ihrer Erinnerung traten Ereignisse auf, die Belastungen für ihr Leben gewesen und jetzt Traumbestandteile waren.“

     
    Dieser Satz, ein abschreckendes Beispiel für bürokratisches Kauderwelsch, kann auch in besseres Deutsch umformuliert werden:

    „Eine Effizienzsteigerung der Migrantenförderungsprogramme hat die Sprachkompetenzoptimierung zur Voraussetzung.“

     
    Schlechtes Deutsch kann sich aber auch einfacher anhören:

    „Nach langem Fahren trat ein Nachlassen der Bremswirkung ein.“

  2. Verwenden Sie Verben, wo immer es geht. Und wählen Sie Verben, die das, was Sie sagen wollen, besonders gut zur Sprache bringen.

    Verbessern Sie den folgenden Satz:

    „Hans machte die Kiste auf, tat die Apfelsinen hinein und machte sie wieder zu.“

     
    Warum sind Ihre Vorschläge besser?

  3. Die deutsche Sprache ermöglicht es, Verben in zwei Teile zu zerlegen. Nehmen wir das Beispiel „aussuchen“: Ich suche mir ein Bild aus. Solche trennbaren Verben benutzen wir dauernd, weil sie häufig vorkommen. In der gesprochen Sprache vermeiden wir es, die beiden Teile des Verbs zu weit auseinanderzuziehen, in der Schriftsprache könnten wir aber viel dazwischen packen. Wenn Sie verständlich schreiben wollen, sollten Sie das aber unbedingt vermeiden.

    Warum liest sich der folgende Satz schwer, und wie könnte er verbessert werden?

    „Der Polizist suchte, nachdem er die Identität des Autofahrers telefonisch festgestellt und seine Personalien überprüft hatte, aus seiner Kfz-Tabelle nähere Angaben zu dem in den Unfall verwickelten Wagen heraus“.

  4. Die deutsche Sprache kennt Hauptsätze und Nebensätze. Das Wichtige steht in den Hauptsätzen, das weniger Wichtige in Nebensätzen. Was wichtig und was weniger wichtig ist, hängt davon ab, was gesagt werden soll.

    Worin unterscheiden sich die beiden folgenden Aussagen?

    „Er wartete auf den Zug nach Düsseldorf, als er seinen alten Lehrer traf“.
    „Er traf seinen alten Lehrer, als er auf den Zug nach Düsseldorf wartete“.

  5. Die deutsche Sprache ermöglicht es, einen Hauptsatz und mehrere Nebensätze zu langen Sätzen miteinander zu verbinden. Das erfordert gute Kenntnisse der Grammatik, ist aber sprachlich meistens schlecht. Wer alles, was er sagen will, in einen einzigen Satz hineinstopft wie in eine Schachtel, bringt Schachtelsätze hervor. Sie sind schwer verständlich. Wer verständlich sein will, sollte sie vermeiden. Als Faustregel gilt: Ein Hauptsatz mit Nebensätzen sollte nicht mehr als 15 bis 20 Wörter lang sein.

    Der folgende Satz ist ein Schachtelsatz. Lösen Sie ihn auf:

    „Der Mann, der vor dem Kaufhaus stand, das einstmals seinen Großeltern gehört hatte, nun aber in einem großen Konzern aufgegangen war, der seine Mitarbeiter nicht gut behandelte, sich aber rechtlich auf der sicheren Seite wusste, blickte mit traurigen Augen in die Welt.“

  6. Vermeiden Sie Sätze, in denen zwischen Artikel und Substantiv viele Wörter eingeklemmt werden. Solche „Klemmkonstruktionen“ machen es dem Leser schwer.

    Warum ist der folgende Satz kein gutes Deutsch?

    „Ich hatte in der in der Essener Klinik verbrachten, in meinem Praktikum schweren, aber auch erfolgreichen Zeit als Arzt im Praktikum, in der ich noch bei meinen Eltern wohnen konnte, alles in allem gute Tage“.

  7. Vermeiden Sie „Streckverben“. Darunter versteht man Verben, die zu einem Substantiv gestreckt und zu schlechtem Deutsch verunstaltet werden:

    „Ich bedauere, dass die Wohnung schon anderweitig vermietet ist“ wird zu „Mit Bedauern nehme ich davon Kenntnis, dass die Wohnung schon anderweitig vermietet ist.“

    Können Sie weitere Beispiele für einen ähnlichen Missbrauch von Verben nennen?

  8. Vermeiden Sie auch den „Leimstil“, der Wortketten bildet und Substantive durch Genitive und Präpositionen miteinander verklebt und ganz schreckliche Satzgebilde hervorbringen kann. Auch hier gilt: Substantive durch Verben ersetzen, auch wenn der Satz dadurch länger wird.

    Vereinfachen und verbessern Sie die folgende Bestimmung einer Prüfungsordnung:

    „Gegen die Feststellung des endgültigen Nichtbestehens der Prüfung kann Widerspruch eingelegt werden“.

  9. Vermeiden Sie es, Sätze im im Passiv („Leideform“) zu formulieren. In den allermeisten Fällen ist es besser, das Verb im Aktiv („Tatform“) zu verwenden. Das Passiv ist nur dort sinnvoll, wo etwas geschieht und die Ursache unbekannt ist.

    „Mir geschah Unrecht“.

    Der folgende Satz im Passiv ist aber besser im Aktiv zu formulieren:

    „Schwester Anita wurde in der Klinik von vielen neuen Eindrücken gefangen genommen, und der Arzt Dr. Müller wurde von ihr sehr bewundert“.

  10. Oft wird das Passiv auch ganz falsch verwendet. Benutzen Sie es nie bei Verben, die keine Passivform bilden können. Vertrauen Sie hier am besten Ihrem Sprachgefühl.

    Wie kann der folgende, grammatisch falsche Satz umformuliert werden?

    „Bei der gestern stattgefundenen Prüfung haben nur zwölf Studenten bestanden“.

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