Den richtigen Verlag für die Publikation der eigenen Dissertation finden

Fachverlag versus Dissertationsverlag

Fachverlage haben ihren Schwerpunkt bei Publikationen, die mindestens eine Auflage von 400 Stück erzielen. Titel sind meist Sachbücher, Fachbücher oder Lehrbücher. Für die Publikation einer Dissertation ist das eine hohe Zahl, die nur mit wenigen Doktorarbeiten erreicht wird. Somit nehmen diese Verlage entweder nur wenige ausgewählte Dissertationen ins Programm oder verlangen einen hohen Druckkostenzuschuss vom Autor. Trotz dieser Rahmenbedingungen sprechen viele Doktoranden Fachverlage an, da sie einen Verlag mit hoher Reputation bevorzugen.

veröffentlichen: Dissertation Publikation

Auf Dissertationen spezialisierte Verlage, sogenannte Dissertationsverlage, arbeiten etwas anders als Fachverlage. Hier ist der ganze Verlagsbetrieb auf die Publikation speziell von Dissertationen ausgereichtet. So sind die verlagsinternen Kosten (Gemeinkosten) pro Publikation meist geringer als im Fachverlag. Diese Verlage bieten somit die Publikation einer Dissertation günstiger an. Dissertationsverlage investieren aber weniger in Marketingaktionen und genießen oft nicht das gleiche Renommee wie Fachverlage.

Fachverlag

Wenn Sie sich die Literatur genauer anschauen, mit der Sie im Verlaufe Ihrer Dissertation gearbeitet haben, werden Sie feststellen, dass sowohl bestimmte Fachzeitschriften, einige AutorInnen und bestimme Verlage immer wieder auftauchen. Diese Verlage sollten Sie sich genauer anschauen. Zunächst ist es denkbar, dass Sie sehr spezialisierte Forschungsliteratur – und nichts anderes sind ja Dissertationen – aus einem Dissertationsverlag stapelweise auf Ihrem Tisch liegen haben. Wenn Sie sich das Gesamtprogramm des betreffenden Verlages genauer anschauen, finden Sie rasch heraus, ob es sich um einen reinen Dissertationsverlag handelt – das wollen Sie in diesem Falle nicht – oder ob es sich um einen Verlag handelt, der gar keine Dissertationen veröffentlicht – dieser Verlag möchte dann höchstwahrscheinlich Ihre Arbeit nicht. Sie können also von vornherein einen Partner anvisieren, zu dessen Programm Ihre Dissertation passt – sowohl fachlich-thematisch als auch von der Publikationsform her.

Ein Verlag mit einem ausgesprochenen Sachbuchprogramm wird Ihre Dissertation sicherlich nicht veröffentlichen wollen – jedenfalls nicht, solange Sie nicht ein vollständig neues Buch daraus entwickeln. Dies wäre natürlich theoretisch eine Option, aber keine, mit der wir uns hier weiter befassen wollen. Ein möglicher Weg ist: Sie schauen, aus welchen Verlagen Ihre spezifische Fachliteratur stammt, und überprüfen, ob das Verlagsprogramm eine ausreichende Breite und Tiefe aufweist. So können Sie bereits zwei, drei geeignete Verlage finden. Netzwerken ist übrigens für die Wissenschaftskarriere genauso wichtig wie für jeden anderen einzuschlagenden Weg. Von daher können Sie auch Ihre Kolleginnen, Kollegen und ProfessorInnen nach deren Erfahrungen und Empfehlungen fragen. Insgesamt kommen Sie über diese beiden Kanäle – je nach Fachbereich – auf vier, fünf unterschiedliche Verlage. Wie Sie weiter vorgehen, finden Sie hier: Kommunikation mit Fachverlagen

Bei einer Publikation in einem wissenschaftlichen Fachverlag müssen Sie eventuell einen deutlich größeren Aufwand betreiben und länger auf ihre Buchveröffentlichung warten. Sie erwerben aber die bei einem solchen Publikationsprojekt größtmögliche akademische Reputation.

Traditioneller Dissertationsverlag

Auch bei den Dissertationsverlagen gibt es Anbieter, die einen Druckkostenzuschuss verlangen. Dieser ist häufig in einer Größenordnung von etwa 400 € bis 1000 €, was im Gegensatz zu Fachverlagen, die durchaus 1000 € bis zu 5000 € verlangen, wenig ist. Was der Verlag für dieses Geld leistet, müssen Sie genau erfragen. Die Leistungen der Verlage sind so unterschiedlich, dass allgemeine Aussagen schwierig sind.

Dissertationsverlag ohne Druckkostenzuschuss

Einige Verlage erledigen ihre Arbeit, ohne einen Druckkostenzuschuss vom Autor zu erheben. Die Publikation einer Dissertation ist hier kostenfrei. Der Autor bezahlt aber in der Regel für die Exemplare, welche er seiner Universität zur Verfügung stellen muss. Bei fünfzig Exemplaren ist es sicherlich möglich, mit dem Verlag über den Abgabepreis der Pflichtexemplare zu verhandeln. Die Veröffentlichung ohne Druckkostenzuschuss ist aber auch mit einem Nachteil verbunden. Solche Dissertationsverlage haben oft ein geringeres wissenschaftliches Renommee und sind in der Fachwelt nicht so bekannt wie große Fachverlage. Streben Sie eine wissenschaftliche Kariere an, dürfte ein Fachverlag die bessere Alternative für Ihre Dissertation sein. Wollen Sie hingegen Ihre Karriere in der freien Wirtschaft, in der Industrie oder bei Dienstleistungsunternehmen fortsetzen, werden Sie in erster Linie nach ihrer Promotionsnote gefragt.

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