Ratgeber Promotion / DissertationErfolgreiche Dissertation

Das Verhältnis mit den Betreuenden aktiv gestaltenOder: Wie Sie die Betreuung für Ihre Doktorarbeit bekommen, die Sie brauchen

Eine gute und kompetente Unterstützung durch die Betreuenden wirkt sich entscheidend darauf aus, dass Promovierende ihre Forschungsarbeit erfolgreich zum Abschluss bringen. Zudem erhöht sie die Chance erheblich, dass die Doktorarbeit von guter Qualität sein wird.

Wie erreichen Sie es, sich die notwendige Aufmerksamkeit, fachliche Hilfe und ein weiterführendes Feedback von Ihren Betreuenden sicherzustellen? Die gute Nachricht: Sie haben es selbst in der Hand. Werden Sie aktiv, übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Dissertation und für sich selbst. Verschaffen Sie sich Klarheit über Ihre Wünsche an die Betreuung und benennen Sie diese deutlich.

Was Sie von Ihren Doktoreltern erwarten dürfen

Sie schreiben Ihre Dissertation in erster Linie für sich selbst. Es ist Ihr persönliches Forschungsprojekt, für das Sie sich bewusst und motiviert entschieden haben und an dessen Realisierung Sie Spaß haben wollen.

Von den Betreuenden dürfen Sie fachlich kompetente Unterstützung und Respekt für Ihre Promotion verlangen. Die Betreuenden haben die Aufgabe, Sie auf Ihrem Weg zum Ziel, der erfolgreichen Realisierung Ihrer Dissertation, zu begleiten. Es ist ein Teil ihres regulären Jobs, Sie zu betreuen und mit Ihnen Lösungen zu erarbeiten, wenn Sie bei einem Problem nicht weiterkommen. Hierzu ist es hilfreich, dass Sie den Umgang miteinander konkret absprechen. Übernehmen Sie hierbei die Initiative.

Was Ihnen bei der Organisation der Betreuung weiterhilft

Finden Sie heraus, wie Ihre Betreuenden mit anderen Promovierenden umgehen. Bringen Sie in Erfahrung, welche Vorlieben oder Regeln sie haben: Fordern sie ein Kapitel einmal im Quartal, ist ein Telefonat im halben Jahr üblich oder wollen sie Ihre Texte gar erst sehen, wenn Sie einen Entwurf der kompletten Arbeit haben? Welche Absprachen werden getroffen, gibt es solche überhaupt? Welche Erfahrungen haben andere Promovierende?

Überlegen Sie und schreiben Sie dann auf, wie Sie selbst am besten arbeiten können und welche Unterstützung Sie sich in Ihrem Promotionsprozess von Ihren Betreuenden genau wünschen. Wie häufig und in welchen Phasen des Schreibprozesses wollen Sie Ihre Betreuenden treffen? Sind Sie eher der Typ, der Dinge im persönlichen Gespräch mündlich bespricht und anschließend umsetzt oder ziehen Sie schriftliche Antworten auf Ihre Fragen per E Mail vor? Wollen Sie Ihre Dissertation lieber kapitelweise besprechen oder nach Forschungsphasen? Oder bevorzugen Sie, Fragen situativ und spontan zu klären? Was für ein räumliches Umfeld ist Ihnen wichtig? Brauchen Sie einen ruhigen Besprechungsraum oder können Sie sich auch vorstellen, Fragen „nebenbei“ anzusprechen, etwa indem Sie die Betreuenden auf dem Weg zu einer Vorlesung begleiten? Definieren Sie Ihre Kriterien.

Wie Sie den Prozess der Betreuung konstruktiv steuern können

Legen Sie in einer Prioritätenliste fest, was Ihnen bei der Betreuung besonders wichtig ist und was Ihnen weniger relevant erscheint. Wenn Sie bei einem Aspekt unsicher sind, ob Sie diesen gegenüber Ihren Betreuenden äußern wollen, sprechen Sie vorab im Kollegen- oder Freundeskreis darüber.

Klären Sie dann, wie Ihre Wünsche mit den Vorlieben der Betreuenden vereinbar sind, und überlegen Sie, wie Sie mögliche kritische Aspekte so kommunizieren können, dass sie bei diesen auch ankommen. Achten Sie darauf, wo Sie kompromissbereit sind und wie Sie mögliche Defizite ausgleichen können (beispielsweise durch eine Schreibgruppe / ein Tandem.

Gehen Sie in Ihrem eigenen Interesse immer gut vorbereitet in die Besprechungen mit Ihren Betreuenden. Bei für Sie schwierigen Anliegen kann es hilfreich sein, das Gespräch im Vorfeld mit einer Person Ihres Vertrauens durchzuspielen. Oder schreiben Sie sich auf, was Sie sagen wollen, wenn für Sie problematische Punkte geklärt werden müssen, bei denen Sie emotional sehr beteiligt sind und befürchten, aus der Ruhe zu kommen. Das gibt Sicherheit, stärkt das Selbstbewusstsein und hilft Ihnen, peinliche Situationen zu vermeiden. Vergegenwärtigen Sie sich, dass das Gespräch mit Ihren Betreuenden ein Unterstützungsangebot ist, und verwechseln Sie es nicht mit einer Prüfungssituation.

Ebenso systematisch, wie Sie die Kontakte mit Ihren Betreuenden vorbereiten, arbeiten Sie auch die Ergebnisse auf. Vereinbaren Sie Verbindlichkeiten im gemeinsamen Umgang und schlagen Sie Spielregeln vor:

  • Legen Sie die Regelmäßigkeit der Treffen fest.
  • Nutzen Sie eine einfache Agenda für Ihre Gespräche. Inhalte können sein: Stand Ihrer Doktorarbeit, aktuelle Fragen, Feedback, Ergebnisse von Aufgaben, die der Betreuende übernommen hatte, geplante nächste Schritte bis zum nächsten Treffen, Termin. Schicken Sie eine Erinnerung, wenn das nächste Treffen ansteht, z. B. eine E Mail mit Agenda und erläuternden Stichpunkten oder Fragen zu den einzelnen Punkten. Senden Sie diese rechtzeitig ab, so dass die Betreuenden ausreichend Zeit für die Vorbereitung der einzelnen Themen und die Beantwortung Ihrer Fragen haben.
  • Protokollieren Sie die Besprechungen mit Ihren Betreuenden und lassen Sie sich die Ergebnisse von ihnen bestätigen. Das gibt Struktur und Sie vermeiden Missverständnisse und „falsche Erinnerungen“.
  • Schließen Sie eine Betreuungsvereinbarung ab, um das Verhältnis zwischen Ihnen und den Betreuenden inhaltlich und zeitlich transparent zu gestalten. Tipps hierzu finden Sie beispielsweise bei der DFG unter Formular90.pdf

Was Sie sich sonst noch bewusst machen sollten

Die Promotion verläuft in verschiedenen Phasen, in denen Sie in einem sich verändernden Abhängigkeitsverhältnis zu Ihren Betreuenden stehen[1]. Im Laufe der Zeit werden Sie sich immer mehr von ihnen lösen. Allgemein gilt: Nutzen Sie deren Fachautorität und Expertenstatus, gleich ob Sie mit der Dissertation beginnen, „mittendrin“ stecken oder kurz vor der Abgabe Ihrer Doktorarbeit stehen. Und freuen Sie sich schon jetzt: Am Ende werden Sie der Experte oder die Expertin Ihres eigenen Themas sein.

 

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Katjas Geschichte: Von guter und schlechter Betreuung. Eine exemplarische Geschichte mit einem Augenzwinkern, die sich leicht und locker liest. Eine lehrreiche Fiktion als Abwechslung vom Lernen mit wissenschaftlich (exakter) Literatur. Viel Spaß beim Lesen →

[1] Knigge-Illner H (2002): Der Weg zum Doktortitel, campus concret)

Dieser Artikel wurde von Dr. Gudrun Thielking-Wagner verfasst.
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