Ratgeber Promotion / DissertationErfolgreiche Dissertation

Das ThemaDie thematische Idee entwickeln

Wie sind Sie zu Ihrem Promotionsthema gekommen? Schreiben Sie im Rahmen eines Forschungsprojektes, forschen Sie im Auftrag eines Unternehmens oder einer Behörde oder verfolgen Sie eine ganz eigene Idee aus eigenem Interesse? Unabhängig davon, zu welcher Gruppe Sie auch gehören, sind drei Anforderungen für die Entwicklung einer thematischen Idee von grundlegender Bedeutung: Ihre Arbeit soll einen Erkenntnisgewinn ermöglichen, von persönlichem Interesse sein und fachliche Relevanz besitzen. Wie entwickeln Sie Ihr Thema so, dass diese Faktoren in einem produktiven Verhältnis stehen?

Welche wissenschaftliche Leistung sollen Sie erbringen?

Im Gegensatz zu einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit, mit der Sie zeigen sollen, dass Sie eine fachliche Aufgabe mit den Mitteln und Instrumenten Ihres Fachs lösen können, gilt die Dissertation als Forschungsbeitrag. Dies drückt sich darin aus, dass die Veröffentlichung der Arbeit Teil des Promotionsverfahrens ist. Kurz gesagt: ohne Veröffentlichung kein Doktortitel. Dies liegt darin begründet, dass Ihre Arbeit ein Beitrag zu einem wissenschaftlichen Diskurs darstellen muss, ein Beitrag, der neue Erkenntnisse in den Diskurs einbringt.

Welche Rolle spielt Ihr persönliches Interesse für die Dissertation?

Die durchschnittliche Dauer von Promotionen liegt in Deutschland bei vier bis viereinhalb Jahren. Das bedeutet, dass Ihre Dissertation Sie über einen längeren Zeitraum Ihres Lebens begleitet. Daher ist es wichtig, dass Sie sich in dieser Zeit mit einem Thema beschäftigen, das Sie persönlich interessiert und während des langen Zeitraums für Sie auch lebendig bleibt. Die Gründe dieses Interesses können verschieden sein, sei es Ihr Wunsch, Ihr Verständnis eines Zusammenhangs zu vertiefen, oder sei es Ihr Interesse, die Dissertation als Brücke zu einer beruflichen Tätigkeit in einem bestimmten thematischen Feld anzulegen.

Was bedeutet „Relevanz“ des Themas?

Zugleich muss es eine wissenschaftlich-fachliche Relevanz für Ihre Arbeit geben. Dass noch niemand über Ihr Thema gearbeitet hat und Sie es spannend finden, reicht als Legitimation nicht aus. Der Grund für diese bisherige Nichtbearbeitung könnte ja auch darin liegen, dass dieses Thema einfach keine Relevanz besitzt. Es ist daher wichtig, sich darüber klar zu werden, für wen die Ergebnisse Ihrer Dissertation eine Bedeutung haben könnten – in theoretischem Sinne (z. B. als Grundlage für weitere Forschung) oder in praktischem Sinne (z. B. für die Optimierung technischer Verfahren, für die Nutzung neuer Medien in der Jugendarbeit oder als Handlungsempfehlungen für Unternehmen zur Förderung älterer Angestellter).

In welchem Verhältnis stehen persönliches Interesse und wissenschaftliche Relevanz?

Stephan Peters siedelt das Promotionsthema in einem Koordinatensystem im Bereich sowohl hohen wissenschaftlichen als auch hohen persönlichen Interesses an:

Quelle: Peters, Stephan (2012): „Themenfindung und Fragestellung“. In: ders. (Hg): Gut beraten durch die Promotion, Wiesbaden: Springer Gabler, S. 47.

Das persönliche Interesse kann intuitiv geleitet sein, das wissenschaftliche Interesse muss belegbar sein (s. hierzu auch „Die Arbeit im Diskurs verorten“).

Wer kann Sie bei der Entwicklung Ihrer thematischen Idee unterstützen?

Für die Entwicklung Ihrer thematischen Idee der Dissertation ist es nicht nur sinnvoll, dass Sie zu Ihrem Themenbereich lesen, um sich zu orientieren, sondern auch, dass Sie über Ihre Idee sprechen. Personen vom Fach – Lehrende, Absolventinnen und Absolventen, Berufstätige – haben häufig einen anderen Horizont und Blick, kennen aktuelle fachliche Diskussionen und können Sie auf interessante Teilaspekte hinweisen, bei denen sich eine wissenschaftliche Forschung lohnen könnte.

Was Sie sich von solchen Impulsen zu eigen machen, um daraus die Idee zum Thema Ihrer Dissertation weiterzuentwickeln, hängt dann auch wieder von Ihrem persönlichen Interesse daran ab und ist in jedem Fall Ihre eigene Entscheidung.

Dieser Artikel wurde von Dr. Sven Arnold verfasst.
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