Das Motivationsschreiben für ein Masterstudium – eine Anleitung

Sebastian Horndasch

Motivationsschreiben für Bachelorstudium oder Masterstudium werden bei Uni-Bewerbungen immer häufiger verlangt - für viele Studierende eine Herausforderung. Hier daher eine Anleitung, wie man mit seinem Motivationsschreiben an der Universität überzeugt.

Zunächst sollte man sich klar machen, was das Ziel der Bewerbung ist: Man möchte die Traum-Uni überzeugen, dass man die akademischen Fähigkeiten und die Motivation besitzt, das jeweilige Programm erfolgreich zu studieren. Daher gehören folgende Dinge in jedes Masterstudium-Motivationsschreiben:

  • Der bisherige Werdegang: Wo hat man an der Hochschule (oder Schule im Falle einer Bachelorbewerbung) geglänzt, welche relevanten Praktika hat man gemacht?
     
  • Die Zukunftsvorstellungen: Was will man später machen und wie hilft der Master dabei?
     
  • Eine Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Programm: Warum bewirbt man sich genau bei diesem Masterstudium und nirgendwo anders?

Inhaltlich sollte man mit dem Motivationsschreiben einen Text entwerfen, der wie ein roter Faden logisch auf das jeweilige Masterstudium hinaus läuft.

 

Formalitäten

Beim Motivationsschreiben fürs Masterstudium sind ein paar Formalitäten zu beachten – hier die wichtigsten:

  • Länge: 500 bis 650 Wörter – falls nichts anderes angegeben ist.
     
  • Schrift: Die Größe sollte zwischen 10 und 12pt liegen, die Schriftart immer klassisch sein. Gute Beispiele: Helvetica, Calibri, Garamond und Arial.
     
  • Formatierung: Zeilenabstände sind relativ egal (gut: etwa 1,2), ein Absatz sollte aber nicht mehr als sieben bis acht Zeilen umfassen. Und: Nach dem Absatz immer eine freie Zeile lassen!
     
  • Auch ein Motivationsschreiben beginnt mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ und endet „Mit freundlichen Grüßen“.
     

Struktur

Einstieg: Hier bitte kein Blabla á la „hiermit bewerbe ich mich...“. Eine bessere Idee: Die wichtigsten Argumente nennen, die für einen selbst sprechen. Zum Beispiel so: „Mit meiner sehr guten Abschlussnote in BWL und meiner Bachelorarbeit im Bereich digitales Marketing ist der Master in Onlinemarketing die für mich logische Fortsetzung meines bisherigen Studienweges.“
 

Lebenslauf: Was hat man bisher Relevantes gemacht? Bei einer Bewerbung fürs Studium wären das definitiv die bisherigen Studienleistungen beziehungsweise das Abitur. Nicht fehlen darf im Motivationsschreiben die Bachelorarbeit. Ebenso ist möglich: Soziales Engagement, Jobs, Praktika. Wichtig dabei: Nicht alles im Motivationsschreiben auflisten, sondern nur das, was relevant ist. Die Arbeit im Café ist fürs Masterstudium beispielsweise irrelevant, passende Praktika sind umso wichtiger. Beispiel: „Durch mein Praktikum bei der KfW in Eritrea erhielt ich intensive Einblicke in die Entwicklungszusammenarbeit. Dies bestärkte meinen Wunsch, mich im Masterstudium komplett auf Entwicklungsökonomie zu konzentrieren.“
 

Die Zukunft: Ebenfalls Teil eines guten Motivationsschreibens ist, was man später machen möchte – und wie das Masterstudium dabei hilft. Dies ist eine Sektion, die viele vergessen. So könnte es aussehen: „Meine berufliche Zukunft sehe ich – bestärkt durch meine Praktika – in leitender Position in der Flugindustrie. Um dieses Ziel erreichen zu können, bedarf es einer bestmöglichen Ausbildung. Diese erhalte ich durch Ihr Masterprogramm.
 

Das angestrebte Studium: Im Motivationsschreiben sollte man zeigen, dass man sich mit dem Bachelor oder Master auseinandergesetzt hat. Man sollte also nicht nur sagen, dass man das Programm toll findet, sondern auch, weshalb dies so ist. Zum Beispiel auf diese Weise: „Mich überzeugt vor allem der in diesem Fachbereich einmalige Blended-Learning-Ansatz, der mir ermöglicht, einerseits in meinem Beruf tätig zu bleiben und andererseits nicht auf den persönlichen Kontakt zu meinen Kommilitonen verzichten zu müssen.“
 

Das Ende: Im Schlussabsatz des Motivationsschreibens für das Masterstudium schließt man mit einer Zusammenfassung der Bewerbung sowie der Hoffnung auf Aufnahme. Das könnte beispielsweise so aussehen: „Ich bin überzeugt, mit meinen sehr guten Leistungen im Bachelorstudium eine Aufnahme in den Master zu rechtfertigen. Über eine positive Entscheidung Ihrerseits würde ich mich sehr freuen.
 

Noch ein paar kleine Tipps fürs Motivationsschreiben, die sowohl für das Masterstudium als auch für das Bachelorstudium dienlich sind.

  • Rechtschreibfehler sind im Motivationsschreiben Todsünde.
  • Nicht oberflächlich sein, inhaltlich argumentieren.
  • Nicht angeben, authentisch sein – man muss sich bei Bewerbungen nicht hinter einer Fassade verstecken.
  • Zeit nehmen und andere Leute das Motivationsschreiben gegenlesen lassen – vier Augen sehen mehr als zwei.

Viele dieser Tipps lassen sich auch auf das Motivationsschreiben für ein Auslandssemester übertragen. Speziell zum Thema Auslandssemester finden sich auch Infos bei Motivationsschreiben für ein Auslandssemester (externer Link).
 

Über den Autor

Sebastian Horndasch ist Autor des Buches Master nach Plan. Erfolgreich ins Masterstudium.

 

Weiterlesen: Sein Jobglück finden

Möchten Sie schneller vorankommen?

Sprechen Sie mit einem unserer empathischen Uni-Dozenten.
So kommen Sie schneller und entspannter zum Abschluss. Kostenloses Erstgespräch.