Die Zeitplanung Ihrer Dissertation – realistisch und effektiv

Ein realistisches Zeitmanagement kann wesentlich zu einer guten Dissertation beitragen. Es orientiert sich dabei an Fragen wie: Wann soll was passieren, wann welcher Schritt getan sein, wann soll die Doktorarbeit eingereicht werden? Denn je umfangreicher und komplexer die Aufgabe ist, umso größer ist auch die Möglichkeit, dass ihre Bearbeitung im zeitlichen Ablauf ins Stocken gerät.

Es ist daher hilfreich, den Prozess mit einer Zeitplanung zu strukturieren. Doch es kann frustrierend sein, wenn alle Zeitpläne immer schon nach kurzer Zeit nicht mehr stimmen, weil Sie sich auch um andere Dinge kümmern müssen, weil sich ein geplantes Interview verschiebt oder weil eine Teilarbeit sich als aufwendiger als gedacht erweist.

Damit Sie in solchen Fällen den Prozess weiterhin konstruktiv und zielgerichtet bestimmen können, stelle ich Ihnen im Folgenden eine Zeitplanung vor, bei der eine feste MAKRO-Planung und eine flexible MIKRO-Planung parallel laufen.

Die MAKRO-Zeitplanung

Die MAKRO-Planung ist eine grobe Planung großer Einheiten, am besten in Monaten gerechnet. Nehmen Sie einen Kalender, der Ihnen ein ganzes Jahr auf einem Blatt zeigt. Tragen Sie zunächst alle Zeiten ein, von denen Sie schon jetzt wissen, dass sie für anderes reserviert sein sollen oder sein müssen, etwa für Dienstreisen, Konferenzen, Prüfungen, Familienfeste, Urlaub, Sport oder sonstige regelmäßige oder vereinzelte Verpflichtungen und Aktivitäten.

Definieren Sie nun Ihre individuellen Wunsch-Meilensteine. Etwa: „Wann möchte ich die Arbeit idealerweise abgeben?“ Oder: „Wann möchte ich meinen Betreuenden eine Lesefassung schicken?“ Oder: „Wann möchte ich in diesem Jahr die empirische Datenerhebung / die Recherche / das Methodenkapitel abgeschlossen haben?“

Sie sehen dann, wie die Zeiten vor diesem Termin im Kalender aussehen: entweder voller anderer Termine oder recht frei für die Arbeit an der Dissertation. Schätzen Sie nun anhand dessen ein, ob Sie den von Ihnen gesetzten Meilenstein bis dahin tatsächlich erreichen können. Falls Sie den Eindruck haben, dass dies nicht der Fall sein wird, überlegen Sie, was Sie in dem betreffenden Zeitraum eventuell verschieben, delegieren oder absagen können, um mehr Zeit für die Dissertation zu gewinnen. Oder verschieben Sie den Meilenstein weiter nach hinten, um zu einer realistischeren MAKRO-Zeitplanung zu gelangen.

Ein MAKRO-Plan könnte beispielsweise so aussehen (Abb. 1):

Makrozeitplanung Dissertation BeispielAbbildung 1: Beispiel einer MAKRO-Planung (Ausschnitt)

Parallel zu dieser MAKRO-Planung, die in große Abschnitte strukturiert ist – von Meilenstein zu Meilenstein –, verläuft nun eine Feinplanung, bei der Sie von Woche zu Woche denken.

Die MIKRO-Zeitplanung

Nehmen Sie für diese Planung einen Wochenkalender und tragen Sie für die kommende Woche mögliche Arbeitszeiten für die Dissertation ein. Haben Sie dabei keine Scheu, auch einmal kürzere Arbeitseinheiten einzutragen. Es können also mal drei Stunden an einem Vormittag oder mal zwei Stunden an einem Nachmittag sein. Wenn Sie im Laufe einer Woche drei oder vier zwei- bis dreistündige Arbeitseinheiten für die Dissertation durchführen können, kann dies ergiebiger sein, als wenn Sie nur an einem Tag in der Woche zehn Stunden zur Verfügung haben. Denn es ist für viele die Kontinuität, wenn auch in kleinen Einheiten, die das Schreiben leichter macht. Es ist, als würde die ganze Woche hindurch der Motor leise tuckern, während er bei zu großen Schreibabständen zwischendurch abschaltet und dann erst wieder aufwendig warm laufen muss.

Überlegen Sie zudem, was für diese zum Teil kleineren Arbeitseinheiten realistische, erreichbare Ziele wären, und notieren Sie sich diese möglichen Ziele im Kalender zur jeweiligen Arbeitseinheit.

Ein Wochenplan könnte beispielsweise so aussehen (Abb. 2):

Mikrozeitplanung Dissertation BeispielAbbildung 2: Beispiel einer Wochenplanung1

Neben Schreib-, Arbeits- und anderen Zeiten ist es sinnvoll, dass Sie in Ihrem Wochenplan auch Zeiten frei lassen. Diese können Sie dann ganz nach Belieben und momentaner Stimmung nutzen, zum Beispiel auch zum Entspannen und Ausruhen. Denn Ihr Plan „dient nicht bloß dazu, dass Sie wissen, wann Sie schreiben. Er dient auch dazu, dass Sie wissen, wann Sie nicht schreiben müssen“ (Christian Wymann).2

Das Verhältnis von MAKRO- und MIKRO-Zeitplanung

Natürlich ist es möglich, dass Sie einmal eine für die Dissertation reservierte Arbeitseinheit nicht umsetzen können, sei es, weil Unvorhergesehenes dazwischenkommt, weil ein Arbeitsschritt doch mehr Zeit erfordert als erwartet oder weil Sie die reservierte Zeit einmal als Auszeit benötigt haben.

An dieser Stelle greift die parallele Zeitplanung. Denn auch wenn Sie die Ziele einer Woche, aus welchen Gründen auch immer, nicht erreichen konnten, stellt dies nicht automatisch die Zeitplanung insgesamt in Frage.

Denn zunächst wirkt sich das nicht erreichte Ergebnis der einen Woche nur auf die MIKRO-Planung der folgenden Woche aus, nicht aber auf den MAKRO-Plan. Es gilt nun, die folgende Woche so zu planen, dass die Arbeiten, die Sie in der Vorwoche erledigen wollten, aber nicht ausgeführt haben, in die neue Woche übernommen werden. Dazu können Sie nun ganz konkret schauen, was in der betreffenden Woche noch anliegt und ob Sie davon etwas streichen, verlegen oder delegieren können, um so etwas mehr Zeit für Ihre Dissertation zu gewinnen.

Sie müssen aber den zeitlichen Verlust nicht zwingend in der unmittelbar folgenden Woche ausgleichen. Sie können dies in noch jeder Woche tun, die innerhalb des MAKRO-Schrittes liegt, in dem Sie sich gerade befinden. Denn es kann gut sein, dass sich in einer der folgenden Wochen auch einmal neue Zeitfenster öffnen, die Sie im Moment gar nicht sehen können, etwa wenn ein anderer Termin abgesagt wird.

Oder Sie entscheiden sich, soweit Sie die Möglichkeit dazu haben, später einmal eine ganze Woche allein der Dissertation zu widmen. Gehen Sie gewissermaßen in Klausur, nehmen Sie eventuell dafür Urlaub, geben Sie die Kinder zu Verwandten oder gehen Sie selbst an einen Ort, an dem Sie gut arbeiten und schreiben können.

Die parallele Planung auf zwei Ebenen ermöglicht Ihnen so ein sowohl realistisches als auch flexibles Zeitmanagement, ausgerichtet an Ihren wochenweise unterschiedlichen Möglichkeiten und je nach dem momentanen Tempo, in dem Ihre Dissertation voranschreitet.

Dieser Artikel wurde von Dr. Sven Arnold verfasst.

1 Vorlage aus http://www.kalenderpedia.de/. Hier finden Sie kostenfreie Vorlagen für Jahres-, Monats- und Wochenpläne zum Download.

2 Christian Wymann (2015): Der Schreibzeitplan. Zeitmanagement für Schreibende. Verlag Barbara Budrich: Opladen und Toronto (= UTB 4308), S. 121.

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