Wissenschaftliches Arbeiten – der wissenschaftliche Apparat

Wenn Sie eine Bachelorarbeit, Masterarbeit, Diplomarbeit oder auch eine wissenschaftliche Hausarbeit oder Seminararbeit schreiben, müssen Sie das Ergebnis Ihrer Untersuchung nachvollziehbar darstellen. Wissenschaftliche Aussagen müssen nachprüfbar sein. Dem dient der wissenschaftliche Apparat, der aus Zitaten, Quellenangaben und dem Literaturverzeichnis besteht.

Zitate und Literaturangaben

Geben Sie die Aussage einer anderen Person wieder, handelt es sich um ein Zitat. Richtiges Zitieren bedeutet, dass das Zitat als solches erkennbar sein muss, und Sie müssen genau angeben, woher Sie es haben. Als Examenskandidat werden Sie nicht weniger als ein etablierter Hochschullehrer aus Quellen zitieren, also aus Texten anderer Autorinnen und Autoren. Dabei kann es sich um direkte Zitate oder indirekte Zitate handeln. Wissenschaftliches Zitieren umfasst sowohl wörtliche als auch „nur“ sinngemäße Übernahmen.

Im Zuge Ihrer Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Diplomarbeit werden Sie also ständig damit konfrontiert, Ihre Aussagen belegen zu müssen, indem Sie Quellenangaben machen. Es muss klar erkennbar sein, welches Ihr eigener Gedankengang ist und was Sie von anderen übernommen haben. Dies erfordert sowohl ein Gespür dafür, auf welche Weise, wie oft und was man zitiert oder belegt, als auch die formal korrekte Umsetzung des Zitierens und der Literaturangabe.

Direktes Zitat

Direkt sollten Sie vor allem prägnante Aussagen zitieren, die eine These zusammenfassen oder eine wissenschaftliche Einschätzung in origineller Weise wiedergeben. Man sollte aber seinen Text nicht mit direkten Zitaten überfrachten, da sonst die Gefahr droht, dass er wie eine bloße, unter Umständen beliebige Aneinanderreihung von Aussagen anderer wirkt, bei der eine eigene Argumentation nicht mehr erkennbar ist. Das wörtliche Zitat setzen Sie in doppelte Anführungszeichen:

Beispiel:

„Moderne Gesellschaften können ihre Integration nicht mehr allein auf die Solidaritätsnetzwerke gewachsener Lebenswelten stützen“ (Münch 1998, 65).

Wissenschaftliches Zitieren muss auf grammatische und syntaktische Korrektheit achten – besonders dann, wenn nur einzelne Wörter oder Teilsätze in den eigenen Satz eingebunden werden. Eine Quellenangabe, also eine genaue Angabe der Fundstelle, ist beim direkten Zitieren unverzichtbar.

Indirektes Zitat

Bei vielen Aussagen, die man von anderen übernehmen möchte, ist es eher angebracht, sie mit eigenen Worten wiederzugeben. Dies fügt sich meist auch stilistisch besser in den eigenen Text ein. Ganz verzichten sollte man auf das Zitieren, wenn die Aussage einen bloßen Gemeinplatz zum Inhalt hat. Schreiben Sie, dass der Mauerfall 1989 stattfand, brauchen Sie diese Aussage nicht zu belegen, denn diese Information findet sich in unzähligen Veröffentlichungen, nicht zuletzt in Handbüchern oder Chroniken. Beziehen Sie sich aber auf eine konkrete Einschätzung dieses Ereignisses oder möchten Sie allgemein auf Literatur verweisen, die Ihnen zur Einführung oder Vertiefung in ein Thema gedient hat, müssen Sie die entsprechende Quellenangabe machen.

Beispiel:

Münch (1998) untersucht die Integrationsfähigkeit moderner Gesellschaften.

oder:

Damit stellt sich das Problem der Integrationsfähigkeit moderner Gesellschaften (vgl. Münch 1998).

Quellen

Neben dem Zitieren aus Büchern und Aufsätzen, also Printquellen, auf die sich bis vor einigen Jahren wissenschaftliches Zitieren fast ausschließlich bezogen hat, werden Sie zunehmend auch aus Internetquellen zitieren. Zitate aus Internetquellen sind heute oft unvermeidbar, sie bringen aber auch ihre eigenen Schwierigkeiten mit sich.

Wissenschaftliches Zitieren und das Literaturverzeichnis

Maßgeblich sind für das wissenschaftliche Zitieren stets die Nachvollziehbarkeit von Aussagen und die eindeutige Zuordnung von Zitaten. Nur so genügt man den Anforderungen, die an eine Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit gestellt werden. Unverzichtbares Pendant zu den Belegen im Text ist das Literaturverzeichnis (auch Bibliographie genannt), an das entsprechende Anforderungen gestellt werden.