Das Schreibhaus für Studenten in Hamburg-BergedorfEin kurzer Praxisbericht einer Studentin.

 

Interviewer: Magdalena, wieso bist du ins Schreibhaus gekommen?

Magdalena: Ich hatte schon mit der Diplomarbeit begonnen, aber sehr wenig Zeit, und ich verzettele mich leicht. Meine Professorin wollte mit mir nur über E-Mail kommunizieren und damit bin ich irgendwie nicht zurecht gekommen. Ein Freund, der im Schreibhaus war, hat mir die Einrichtung empfohlen.

Interviewer: Wie wurde dir geholfen?

Magdalena: Zuerst war es für mich sehr wichtig, das Thema genau abzugrenzen. Dass dies so wichtig ist, habe ich erst im Gespräch mit Frau Stapelfeldt (Anmerkung: Eine Betreuerin im Schreibhaus) bemerkt. Aber mit einer genauen Abgrenzung, was will ich behandeln und was lass ich weg, kann man sich schon weniger leicht verzetteln (grins). Die Frage war zu klären, was für meine Arbeit wichtig ist. Welche „Forschungsfrage“ stelle ich, was soll am Ende in etwa herauskommen? Es war wichtig, da jemanden dabei zu haben. Die Gespräche haben mir sehr geholfen, einen Fokus zu finden.

Interviewer: Die Gespräche mit deiner Schreibhaus-Betreuerin waren also das Wichtigste?

Magdalena: Na ja. Das war einfach schön. Ich habe ein sehr praxisnahes Thema geschrieben und als Studentin mit wenig Praxiserfahrung jemanden fragen können, der 30 Jahre in der Praxis war. Das hat schon geholfen. Die Arbeit wurde so realitätsnäher. Ich hoffe die Inhalte jetzt auch in meinem Job nutzen zu können.

Interviewer: Gab es so etwas wie einen kritischen Moment, in dem sich entschieden hat, ob die Diplomarbeit gelingt oder nicht?

Magdalena: Es gab beim Schreiben jeden Tag einen kritischen Moment. Wenn man sich morgens an den Schreibtisch setzt, bekomme ich was in die Tastatur gehackt… Der Anfang ist immer am schwersten. Dann geht es wieder.

Interviewer: Wie bist du mit diesem Druck umgegangen?

Magdalena: Ich hätte, auch angesichts des Zeitdruckes, am liebsten von morgens bis in die Nacht geschrieben. Aber dann ist man schnell ausgebrannt. Man muss sich da bremsen, aber das fällt mir schwer. Deshalb war es sehr gut, dass meine Betreuer mich und andere gezwungen haben, das Haus auch mal zu verlassen, spazieren zu gehen. Einmal sind wir auch in der Gruppe abends in die Innenstadt gefahren, das war richtig nett.

Interviewer: Hast du viel mit anderen Studenten im Schreibhaus zusammen unternommen?

Magdalena: In erster Line hat jeder für sich geschrieben, aber wir haben uns natürlich schon regelmäßig unterhalten. Es war irgendwie auch interessant zu sehen, dass andere auch mit ihrer Abschlussarbeit am Kämpfen sind. Auch Höhen und Tiefen durchleben, da fühlt man sich irgendwie normal mit seinen Auf und Abs.

Interwiewer: Nachdem deine Arbeit nun fertig ist, kannst du anderen etwas an Erfahrung mitgeben?

Magdalena: Ja, sucht euch einen Gesprächspartner, wenn ihr auf Probleme stoßt. Allein wenn man ein Problem jemandem anderen vorträgt, es dabei neu durchdenkt und noch die eine oder andere Anregung erhält, dann löst sich der Knoten leichter.

Außerdem: Unterschätzt den Arbeitsaufwand des Finalisierens nicht. Das Formatieren und die Rechtschreibkontrolle kostet Zeit. Bei meiner Diplomarbeit nutze ich die Word-Funktion, Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis automatisch zu errechnen. Das funktionierte kurz vor dem finalen Ausdruck nicht mehr und zeigte immer die falschen Seitenzahlen an. Ich hatte Glück, im Schreibhaus gibt es auch einen Coach, der bei Problemen mit Word hilft. Ich stand bei der Formatierung plötzlich so unter Hochspannung, dass mir die Ruhe fehlte, um die Fehlerquelle zu suchen. An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei Frau Stapelfeldt und Herrn Langenhan, meinen beiden Betreuern, bedanken. Ich bin jetzt fix und fertig, aber meine Diplomarbeit ist gut geworden und beim Prüfungsamt abgegeben. Ahhhhhhhhhhhhhh – geschafft.

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